Aluna und die Kogis

Kogi Mamas in Kolumbien
Kogi Schamanen in Kolumbien

Der Schamanismus der Kogis und die Erde

Die Kogis leben in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Sie leben im völligen Einklang mit der Erde, einer jahrhunderten alten Tradition folgend. Die Kogi Schamanen werden über mehrere Jahre in der Dunkelheit einer Höhle geschult, was ihnen die Fähigkeit der spirituellen Schau der Welt verleiht. Seit meiner ersten Begegnung mit einem Mama – wie sich die Kogi Schamanen nennen – fühle ich mich tief mit ihnen verbunden.

“Am Anfang war nichts. Es war völlige Dunkelheit. Es war überhaupt nichts…Nur die Mutter. Sie hieß Aluna. Sie war ein reiner Gedanke, formlos. Sie begann zu denken. Die Mutter entwarf die Welt in der Dunkelheit. Sie spann den Faden, sie spann uns in die Geschichte ein und schuf uns in Gedanken.” (Kogi Mythologie, Zitat aus dem Film “Aluna” entnommen)

Aluna bezeichnet die geistige Welt, in der die Kogi Mamas (Schamanen) wirken. Die Kogis sagen, dass Aluna leer geworden ist. Das hat verheerende Folgen für den Menschen sowie für unseren Planeten, die Erde. Sie sagen, wir müssen uns wieder erinnern, woher wir kommen.

“Die Mutter leidet. Sie haben ihr die Zähne ausgebrochen, die Augen ausgerissen, die Ohren abgeschnitten. Sie übergibt sich, sie hat Durchfall, sie ist krank.” (Kogi Zitat aus dem Buch “Die großen Brüder” von Alan Ereira)

Die Kogis verstehen sich als die Hüter der Erde. Durch ihre spirituelle Arbeit zum Erhalt des Gleichgewichts der Erde zahlen die Mamas in Aluna Tribut. Sie ermahnen uns, dass unser unbewusstes Handeln große Zerstörung anrichtet.

Bestimmte Orte auf der Erde müssen geschützt werden, sagen die Kogis. Sie sind ausschlaggebend für das Gleichgewicht der Erde, weil sie Schnittpunkte zwischen Materie und Geist darstellen. Diese Brennpunkte der Harmonie werden von den Kogis “Orte der Mütter” genannt. Wenn diese Orte bebaut oder zerstört werden, leidet die Erde erheblich. Die Auswirkungen dieser Eingriffe machen sich durch zunehmende Naturkatastrophen und Krankheit auch bei den Menschen bemerkbar.

Was können wir tun?

Die Kogis rufen uns auf, unsere heiligen Orte, die Orte der Mütter zu schützen. Es können sehr unscheinbare Orte sein wie z.B. eine Wassermündung, eine Böschung, Orte, an denen sich Erde und Wasser verbinden, wo eine besonders lebensspendende Energie herrscht.

“Die Erde ist heilig,” wissen alle indigenen Völker. Die Erde wurde dem Menschen anvertraut. Sie muss geschützt und gepflegt werden. Wir Menschen sind hier auf der Erde um Mittler zwischen geistiger und materieller Welt zu sein. Wir sind hier um Bewusstsein zu schaffen. Oder wie ein sibirische Schamanin so schön sagte:”Die Bestimmung des Menschen ist es, der Erde göttliche Liebe zu schenken.”

Inspiriert von den Kogis, dem spirituellen Rat der 13 Großmütter und Little Grandmother lade ich euch ein, an Erdheilungszeremonien an euren Orten teilzunehmen oder zu initiieren. Wir haben alle die Kraft, etwas zu verändern.

“Die Erde ist unteilbar – Transformation Berlin”

Die Erde ist unteilbar - Transformation BerlinDas Projekt “Die Erde ist unteilbar – Transformation Berlin” beabsichtigt unter Einbeziehung des indigenen Weisheitswissen der Kogis und der Beteiligung der Berliner Bevölkerung, das Bewusstsein für die „heiligen“ Orte in der Kulturlandschaft Berlins zu öffnen, die – aus der Sicht der Kogis – neben dem ökologischen Gleichgewicht auch den Zugang der Menschen zu ihrer geistig-spirituellen Heimat gewährleisten.

Für die Kogis gibt es ganz besonders sensible Punkte in der Naturlandschaft, die geschützt werden müssen, um das ökologische und geistig-spirituelle Netz der Erde zu erhalten. Es sind Kraftorte, die überall auf der Erde existieren und bestimmte Merkmale aufweisen: sie liegen an markanten Punkten, wo sich Erde und Wasser treffen. Diese “Orte der Mütter” wie sie von den Kogis genannt werden sind heilig, denn an diesen Orten durchkreuzen sich die materielle und die geistige Welt.

Die Kogis rufen uns schon lange auf, aufzuwachen und dem Raubbau an der Natur und Erde Einhalt zu gebieten, da es auf sensible Weise den Wasserkreislauf der Erde zerstört mit verherenden Folgen für uns alle. Die Erde ist ein komplexes, interdependentes System, in dem alles, was wir tun, eine Auswirkung auf viele andere Faktoren hat.

Das neue Paradigma einer lebendigen Erde betrachtet die Erde “Gaia” als ein lebendiges, mit Bewusstsein beseeltes Wesen. „Wenn sie (die Menschen) fühlen würden, wie sie (die Erde) fühlt, dann würden sie es (diese Zerstörung ) nicht tun,“ sagen die Kogis. Was hindert uns daran zu fühlen, wie die Welt, die Erde, alle Wesen fühlen?

In diesem Sinne bieten wir verschiedene Aktivitäten und Workshops mit einem partizipativen Ansatz an, die insbesondere die (mit-)fühlende Dimension des menschlichen Bewusstseins im Umgang mit der Erde fördern.

“Die Erde ist unteilbar – Transformation Berlin” ist ein Gemeinschaftsprojekt von Transformationen Berlin  e.V. mit dem Erde Museum Berlin und dem Atelier Healing Arts Berlin.

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